Frettchenfakten

Sie gehen nichtsahnend spazieren und plötzlich hoppelt Ihnen 30cm langes, marderähnlichen Tier an einer Leine entgegen. Vielleicht sitzen Sie auch im Bus und um den Hals Ihres Gegenübers werden Sie neugierig von einem kleinen Bärchengesicht begutachtet. Eventuell sind Sie bei Freunden zu einer Geburtstagsparty eingeladen und beim Betreten der Wohnung springt Ihnen ein kleines Energiebündel an der Hose hoch.

Was ist ein Frettchen?

Wie auch immer ihre erste Begegnung mit einem Frettchen ausgesehen hat - für die meisten Menschen sorgt sie erstmal für Erstaunen. Wer nachfragt, wird herausfinden, dass es sich um Frettchen handelt - kleine, etwa einen halben Meter lange Tiere, mit einem Bärchengesicht, die leicht mit einem sehr schlanken Marder verwechselt werden könnten.

Frettchen sind in der Tat eine Gattung der Marder, genauer sind sie die seit Jahrtausenden domestizierte Form des Iltis. Unsere heutigen Frettchen stammen vermutlich vom europäischen Iltis oder dem Wald-Iltis ab, der irgendwann zur Zeit des Mittelalters von den damaligen Menschen eingefangen und zur Jagd auf Mäuse, Ratten und später auch Hasen abgerichtet wurde.

Mit der Zeit entstanden durch Züchtung verschiedene Ausprägungen und Fellfarben, so dass die heutigen Frettchen nur noch wenig mit dem ursprünglichen Iltis gemein haben.

Aussehen

Die männlichen Frettchen (Rüden) sind zwischen 50 und 80cm, die weiblichen Frettchen (Fähen) zwischen 40 und 60cm groß. Sie haben einen länglichen Körperbau (daher die Eignung zur Hasenjagd) und einen bärchenähnlichen Kopf mit einem Raubtiergebiss.

Verhalten

  • Frettchen sind Rudeltiere und extrem gesellig. Aus diesem Grund dürfen sie niemals alleine gehalten werden.
  • Frettchen sind neugierig. Alles was neu und unbekannt ist, wird erkundet und untersucht. Sie können sich tagelang mit etwas Simplem wie einer Plastiktüte beschäftigen. 
  • Frettchen sind intelligent. Unsere Frettchen haben zwei Wochen gebraucht, um unseren geschlossenen Käfig alleine zu öffnen. Gepaart mit ihrer Neugier öffnen sie problemlos Schranktüren und Schubladen.
  • Frettchen sind verpennt. Sie schlafen zwischen 16 und 20 Stunden täglich. Wenn sie nach ihrer Aktivphase müde werden, können sie unter Umständen wie scheintot wirken.
  • Frettchen sind verspielt. In ihrer Aktivphase sind sie wahre Energiebündel und brauchen viel Auslauf, Bewegung und Kontakt.
  • Frettchen sind menschbezogen. Im Gegensatz zu vielen anderen Rudeltieren gewöhnen sie sich trotz Gruppenhaltung schnell an ihren Besitzer und akzeptieren ihn als Rudelmitglied.
  • Frettchen sind reaktiv. Sie “mockern”, springen und tanzen vor Freude oder stellen ihr Fell hoch. Wenn man lernt, die entsprechenden Verhaltensweisen zu verstehen, wird man viel von den Tierchen zurück bekommen.